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<title>Lärmschutz</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Lärmschutz</span></h1>
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</div>
<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p><b>Lärmschutz</b> umfasst alle Maßnahmen der <a href="L%C3%A4rm" title="Lärm">Lärmbekämpfung</a> und ist Teil des <a href="Immissionsschutz" title="Immissionsschutz">Immissionsschutzes</a>. Er soll das Wohlbefinden von Menschen und Tieren in Bezug auf Lärm sichern. Die Maßnahmen der Lärmbekämpfung betreffen schwerpunktmäßig den Schutz vor <a href="Umgebungsl%C3%A4rm" title="Umgebungslärm">Umgebungslärm</a> (<a href="Flugl%C3%A4rm" title="Fluglärm">Fluglärm</a>, <a href="Stra%C3%9Fenverkehrsl%C3%A4rm" title="Straßenverkehrslärm">Straßenverkehrslärm</a>, <a href="Schienenverkehrsl%C3%A4rm" title="Schienenverkehrslärm">Schienenverkehrslärm</a>, <a href="Industriel%C3%A4rm" class="mw-redirect" title="Industrielärm">Industrielärm</a>), <a href="Freizeitl%C3%A4rm" title="Freizeitlärm">Freizeitlärm</a> und <a href="Ruhest%C3%B6rung" title="Ruhestörung">Ruhestörung</a>.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der Begriff <i>Lärm</i> ist nicht gleichbedeutend mit <a href="Schall" title="Schall">Schall</a>. Schall ist eine messbare Größe. Erst durch nicht messbare individuelle oder sozio-kulturelle Aspekte wird störender Schall zu Lärm.
</p><p>Lärmschutz ist ein wichtiger Bestandteil des <a href="Arbeitsschutz" title="Arbeitsschutz">Arbeitsschutzes</a> und <a href="Umweltschutz" title="Umweltschutz">Umweltschutzes</a>. Er soll vor körperlichen, seelischen und materiellen Schäden schützen:
</p>
<ul><li>körperlicher <a href="Stress" title="Stress">Stress</a></li>
<li>körperliche Schäden:
<ul><li><a href="L%C3%A4rmschwerh%C3%B6rigkeit" title="Lärmschwerhörigkeit">Lärmschwerhörigkeit</a> und <a href="Schalltrauma" title="Schalltrauma">Schalltrauma</a></li>
<li>Schädigung des <a href="Immunsystem" title="Immunsystem">Immunsystems</a></li>
<li>Schädigung des <a href="Blutkreislauf" title="Blutkreislauf">Herz-Kreislauf-Systems</a> (Bluthochdruck, Herzinfarkt und weitere Herz-Kreislauf-Erkrankungen)</li></ul></li>
<li>seelischer Stress</li>
<li><a href="Verm%C3%B6gensschaden" title="Vermögensschaden">Vermögensschäden</a>, z.&nbsp;B. durch Wertverluste von Immobilien, die starken Lärmeinwirkungen ausgesetzt sind</li></ul>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Begriffe">Begriffe</h2></div>
<p>Neben dem Begriff <i>Lärmbekämpfung</i>, der ein aktives Handeln ausdrückt, wird in manchen Ländern unterschieden zwischen <i>Lärmvorsorge</i> – also den vorbeugenden Maßnahmen – und der <a href="L%C3%A4rmsanierung" title="Lärmsanierung">Lärmsanierung</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ansätze"><span id="Ans.C3.A4tze"></span>Ansätze</h2></div>

<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Räumlicher_Ansatz"><span id="R.C3.A4umlicher_Ansatz"></span>Räumlicher Ansatz</h3></div>
<p>Beim räumlichen Ansatz der Lärmbekämpfung wird unterschieden:
</p>
<ul><li><b>aktiver Lärmschutz</b>: Er umfasst Maßnahmen hinsichtlich der <a href="Schallemission" title="Schallemission">Emissionen</a> (an <a href="Schallquelle" title="Schallquelle">Schallquellen</a>), also z.&nbsp;B. <a href="Schwingungsisolierung" title="Schwingungsisolierung">Schwingungsisolierung</a>, Nutzung von leiseren Autos, geräuschärmeren <a href="Rasenm%C3%A4her" title="Rasenmäher">Rasenmähern</a> und <a href="Leiseh%C3%A4cksler" class="mw-redirect" title="Leisehäcksler">Leisehäckslern</a>, Einsatz von geräuschmindernden Fahrbahnbelägen wie <a href="Offenporiger_Asphalt" class="mw-redirect" title="Offenporiger Asphalt">offenporigem Asphalt</a>, Trittschalldämmung durch schallgedämmte Decken und Treppen, Dämmung von Maschinen und Industrieanlagen, Flugverbote, Errichtung von <a href="L%C3%A4rmschutzwand" title="Lärmschutzwand">Lärmschutzwänden</a> und -wällen an stark befahrenen Straßen und Autobahnen oder anderen Orten, wo ein erhöhter Lärmpegel herrscht, etwa auch um Spielplätze und Industrieeinrichtungen.</li>
<li><b>passiver Lärmschutz</b>: Er umfasst Maßnahmen am <a href="Immission" title="Immission">Immissionsort</a> (Einwirkungsort), also z.&nbsp;B. die Verwendung von <a href="Geh%C3%B6rschutz" title="Gehörschutz">Gehörschutz</a>, <a href="Ohrenst%C3%B6psel" title="Ohrenstöpsel">Ohrenstöpseln</a> und <a href="L%C3%A4rmschutzfenster" class="mw-redirect" title="Lärmschutzfenster">Lärmschutzfenstern</a>.</li></ul>
<p>Beim <a href="Verkehrsl%C3%A4rm" class="mw-disambig" title="Verkehrslärm">Verkehrslärm</a> sind beide Arten der Lärmbekämpfung beispielhaft zu finden: <a href="Fl%C3%BCsterbelag" class="mw-redirect" title="Flüsterbelag">Flüsterbeläge</a> wirken lärmmindernd beim <a href="Stra%C3%9Fenverkehrsl%C3%A4rm" title="Straßenverkehrslärm">Straßenverkehrslärm</a>, <a href="L%C3%A4rmschutzwand" title="Lärmschutzwand">Schallschutzwände</a> wirken lärmschützend beim Straßen- und <a href="Schienenverkehrsl%C3%A4rm" title="Schienenverkehrslärm">Schienenverkehrslärm</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Technologischer_Ansatz">Technologischer Ansatz</h3></div>
<p>Beim technologischen Ansatz der Lärmbekämpfung wird unterschieden in:
</p>
<ul><li>direkt erzeugten <a href="Luftschall" title="Luftschall">Luftschall</a> (primäre Mechanismen) und</li>
<li>indirekt erzeugten Luftschall (sekundäre Mechanismen)</li></ul>
<p>Direkt erzeugter Luftschall entsteht ohne die Beteiligung von <a href="K%C3%B6rperschall" title="Körperschall">Körperschall</a>; z.&nbsp;B. in einem Strahltriebwerk. Beim indirekt erzeugten Luftschall wird durch eine Kraftanregung zunächst Körperschall in einer Struktur erzeugt. Dieser pflanzt sich in der Struktur fort. Durch <a href="Vibration" title="Vibration">Vibrationen</a> an der Oberfläche der Struktur wird dann Luftschall abgestrahlt.
</p><p>Beim direkt erzeugten Luftschall muss zur Geräuschabsenkung die Verwirbelung der Luft gering gehalten werden. Besonders ist darauf zu achten, dass Bauteile nicht von verwirbelter Strömung beaufschlagt werden; siehe <a href="Aeroakustik" title="Aeroakustik">Aeroakustik</a>. Maßnahmen an der Quelle von <a href="Schallemission" title="Schallemission">Schallemissionen</a> sind am wirkungsvollsten. Dazu gehören die <a href="Schallabsorption" title="Schallabsorption">Schallabsorption</a>, die Schallblockade (z.&nbsp;B. durch <a href="L%C3%A4rmschutzwand" title="Lärmschutzwand">Lärmschutzwände</a>, <a href="L%C3%A4rmschutzwall" title="Lärmschutzwall">Lärmschutzwall</a>) und der Einsatz von <a href="Antischall" title="Antischall">Antischall</a>. Technische Maßnahmen richten sich auf den <a href="Schallpegel" title="Schallpegel">Schallpegel</a> (insbesondere den <a href="Schalldruckpegel" title="Schalldruckpegel">Schalldruckpegel</a>), die Dauer der Wirkung, die <a href="Tonh%C3%B6he" title="Tonhöhe">Tonhöhe</a>, die <a href="Tonhaltigkeit" title="Tonhaltigkeit">Tonhaltigkeit</a> und die <a href="Impulshaltigkeit" title="Impulshaltigkeit">Impulshaltigkeit</a>.
</p><p>Beim indirekt erzeugten Luftschall, z.&nbsp;B. bei <a href="Resonanz" title="Resonanz">Resonanzen</a>, kann an verschiedenen Punkten angesetzt werden. Zunächst kann der Kraftverlauf so beeinflusst werden, dass er möglichst wenige <a href="Eigenfrequenz" class="mw-redirect" title="Eigenfrequenz">Eigenfrequenzen</a> des Bauteils anregt. Dieses ist immer dann der Fall, wenn keine steilen Kraftsprünge oder Kraftspitzen vorhanden sind. Weiterhin kann die <a href="Impedanz" class="mw-redirect" title="Impedanz">Eingangsimpedanz</a> des Bauteils erhöht werden, z.&nbsp;B. durch erhöhte Masse an der Krafteinleitungsstelle. Schließlich kann die Struktur selbst bedämpft werden, z.&nbsp;B. durch Entdröhnung mit Schwermatten oder Sandwichbleche.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Psychologischer_Ansatz">Psychologischer Ansatz</h3></div>
<p>Eine Veränderung des Verhaltens von Betreibern lärmerzeugender Geräte und Anlagen ist Teil der Lärmbekämpfung. Sie dient der Klärung, Vorbereitung und Bewertung von Lärmbekämpfungsmaßnahmen und können z.&nbsp;B. den Verzicht lärmerzeugender Geräte oder Ersatz durch lärmarme Geräte bewirken.
</p><p>Seit 1998 findet jährlich im April der <i>Tag gegen Lärm – International Noise Awareness Day</i> statt. Das Datum orientiert sich am <i>International Noise Awareness Day</i> in den USA und findet weltweit am selben Tag statt. Mittlerweile sind in Europa u.&nbsp;a. Österreich, die Schweiz und Spanien beteiligt. In Deutschland informiert die <a href="Deutsche_Gesellschaft_f%C3%BCr_Akustik" title="Deutsche Gesellschaft für Akustik">Deutsche Gesellschaft für Akustik</a> (DEGA) mit diesem jährlichen Aktionstag die Öffentlichkeit über Lärm und seine Ursachen sowie dessen Auswirkungen. Organisiert wird der Aktionstag vom <a href="Arbeitsring_L%C3%A4rm_der_DEGA_(ALD)" title="Arbeitsring Lärm der DEGA (ALD)">Arbeitsring Lärm der DEGA (ALD)</a> und den DEGA-Fachausschüssen „Lärm: Wirkungen und Schutz“ und „Hörakustik“.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Gesetzliche_Regelungen">Gesetzliche Regelungen</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Deutschland">Deutschland</h3></div>
<p>Die gesetzlichen Regelungen zum Lärmschutz dienen dem Interessenausgleich zwischen Lärmverursachern (wie z.&nbsp;B. Anlagenbetreibern) und der betroffenen Nachbarschaft. Für die verschiedenen Lärmarten sind im Wesentlichen das <a href="Bundes-Immissionsschutzgesetz" title="Bundes-Immissionsschutzgesetz">Bundes-Immissionsschutzgesetz</a> (BImSchG) und die nachgeordneten <a href="Bundes-Immissionsschutzverordnung" class="mw-redirect" title="Bundes-Immissionsschutzverordnung">Verordnungen</a> einschlägig. Hierzu gehören:
</p>
<ul><li>16. BImSchV – <a href="Verkehrsl%C3%A4rmschutzverordnung" title="Verkehrslärmschutzverordnung">Verkehrslärmschutzverordnung</a> mit Anhängen:
<ul><li>RLS-19 – Richtlinien für den Lärmschutz an Straßen</li>
<li>VLärmSchR 97 – Richtlinie für den Verkehrslärmschutz an Bundesfernstraßen in der Baulast des Bundes<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li>Schall03 – <a href="Richtlinie_zur_Berechnung_der_Schallimmissionen_von_Schienenwegen" title="Richtlinie zur Berechnung der Schallimmissionen von Schienenwegen">Richtlinie zur Berechnung der Schallimmissionen von Schienenwegen</a></li></ul></li>
<li>18. BImSchV – <a href="Sportanlagenl%C3%A4rmschutzverordnung" title="Sportanlagenlärmschutzverordnung">Sportanlagenlärmschutzverordnung</a></li>
<li>24. BImSchV – Verkehrswege-Schallschutzmaßnahmenverordnung</li>
<li>32. BImSchV – <a href="Ger%C3%A4te-_und_Maschinenl%C3%A4rmschutzverordnung" title="Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung">Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung</a></li>
<li>34. BImSchV – <a href="Verordnung_%C3%BCber_die_L%C3%A4rmkartierung" title="Verordnung über die Lärmkartierung">Verordnung über die Lärmkartierung</a></li>
<li><a href="Technische_Anleitung_zum_Schutz_gegen_L%C3%A4rm" title="Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm">Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm</a> (TA Lärm).</li></ul>
<p>Für Fluglärm gelten eigene gesetzliche Regelungen, die z.&nbsp;B. im <a href="Gesetz_zum_Schutz_gegen_Flugl%C3%A4rm" title="Gesetz zum Schutz gegen Fluglärm">Gesetz zum Schutz gegen Fluglärm</a> verankert sind.
</p><p>Zur Bewertung von Freizeitlärm wurde in verschiedenen Bundesländern die so genannte „Freizeitlärmrichtlinie“ eingeführt. Diese gilt für den Bereich des Freizeitlärms, der nicht bereits als Sportlärm durch die 18. BImSchV geregelt ist.
</p><p>Lärm am Arbeitsplatz wird durch das <a href="Arbeitsschutzgesetz" title="Arbeitsschutzgesetz">Arbeitsschutzgesetz</a> und die <a href="L%C3%A4rm-_und_Vibrations-Arbeitsschutzverordnung" title="Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung">Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung</a> erfasst.
</p><p>Oft enthalten diese Vorschriften keine Grenzwerte, sondern Richtwerte und Orientierungswerte, von denen im Einzelfall abgewichen werden kann. Dabei wird jede Lärmquelle für sich betrachtet. Eine zusammenfassende Bewertung von Verkehrsgeräuschen ist in der <a href="VDI-Richtlinie" title="VDI-Richtlinie">VDI-Richtlinie</a> 3722 beschrieben.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In der <a href="Bauleitplanung" title="Bauleitplanung">Bauleitplanung</a> können die in der DIN 18005 – Schallschutz im Städtebau mit dem Beiblatt 1 angegebenen Planungsempfehlungen und Orientierungswerte herangezogen werden.
</p><p>Deutschland hat Lärmschutz auch als Umweltproblem erkannt sowie in seiner Umweltpolitik verankert und folgt mit dem Anliegen zum Schutz vor Lärm dem Leitbild der <a href="Nachhaltigkeit" title="Nachhaltigkeit">Nachhaltigkeit</a>. Zuständiges Ressort ist das <a href="Bundesministerium_f%C3%BCr_Umwelt%2C_Naturschutz%2C_Bau_und_Reaktorsicherheit" class="mw-redirect" title="Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit">Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit</a>.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Schweiz">Schweiz</h3></div>
<p>In der Schweiz wird der Lärmschutz im <a href="Umweltschutzgesetz" title="Umweltschutzgesetz">Umweltschutzgesetz</a> festgelegt und in der <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.admin.ch/ch/d/sr/c814.41.html">Lärmschutz-Verordnung</a><span style="display:none"></span></span> (LSV) präzisiert. Dabei gelten folgende Prinzipien:
</p>
<ul><li><i>Beurteilungsprinzip</i> – Einteilung nach Grenzwerten und Empfindlichkeitsstufen</li>
<li><i>Quellenprinzip</i> – Ursachen- statt Symptombekämpfung</li>
<li><i><a href="Vorsorgeprinzip" title="Vorsorgeprinzip">Vorsorgeprinzip</a></i> – Erlass gesetzlicher Grundlagen, z.&nbsp;B. Verbot bzw. Nichtzulassung von überlauten Fahrzeugen</li>
<li><i>Sanierungsprinzip</i> – Unterscheidung zwischen privaten und öffentlichen Anlagen</li>
<li><i><a href="Verursacherprinzip" title="Verursacherprinzip">Verursacherprinzip</a></i> – Kosten müssen prinzipiell vom Verursacher getragen werden</li>
<li><i>Kooperationsprinzip</i> – Zusammenarbeit aller Organisationen und Stellen</li></ul>
<p>Seit Inkrafttreten dieser gesetzlichen Grundlagen müssen bei Bauvorhaben für Gebäude und Anlagen die Planungswerte der LSV eingehalten werden. Um auch die Bewohner von früher errichteten Gebäuden vor übermässiger Belastung zu schützen, wurde bei betroffenen Liegenschaften eine <a href="L%C3%A4rmsanierung" title="Lärmsanierung">Lärmsanierung</a> durchgeführt, falls die Immissionsgrenzwerte überschritten waren. Die Lärmsanierung sollte möglichst an der Quelle erfolgen. So hatte beispielsweise beim Eisenbahnlärm die Sanierung der Bremsen oberste Priorität.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Bezüglich des Lärmschutzes am Arbeitsplatz hat die <a href="Schweizerische_Unfallversicherungsanstalt" title="Schweizerische Unfallversicherungsanstalt">Schweizerische Unfallversicherungsanstalt</a> Grenz- und Richtwerte veröffentlicht. Diese enthalten auch Empfehlungen für Maßnahmen, die die Lärmbelastung am Arbeitsplatz reduzieren sollen.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Europäische_Union"><span id="Europ.C3.A4ische_Union"></span>Europäische Union</h3></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Umgebungsl%C3%A4rm" title="Umgebungslärm">Umgebungslärm</a></i></div>
<p>Auf europäischer Ebene wurde 2002 die Umgebungslärmrichtlinie (2002/49/EG) verabschiedet, die in den Mitgliedsstaaten unterschiedlich umgesetzt wurde. Das betrifft insbesondere die <a href="L%C3%A4rmkarte" title="Lärmkarte">Lärmkartierung</a> und die Lärmaktionsplanung.
</p><p>Bis zum 30. Juni 2007 waren strategische Lärmkarten aufzustellen für Ballungsräume (&gt;250.000 Einwohner), Hauptverkehrsstraßen (&gt;6 Mio. Fahrzeuge/Jahr), Haupteisenbahnstrecken (&gt;60.000 Züge/Jahr) und Großflughäfen (&gt;50.000 Flugbewegungen/Jahr).
</p><p>In Deutschland wurden bei Lärmpegeln von mehr als 65&nbsp;dB(A) im Tagesmittel laut Kartierung aus dem Jahr 2007 rund 700.000 Betroffene entlang von Hauptverkehrsstraßen festgestellt.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Karten und die Betroffenenzahlen sowie weitere Ergebnisse mussten an die EU gemeldet werden.
</p><p>Bis zum 18. Juli 2008 waren durch die verantwortlichen Behörden Aktionspläne aufzustellen, um identifizierte Lärmprobleme zu regeln. Auf Grundlage der nächsten Stufe der Lärmkartierung war der Vorgang auch bis zum 18. Juli 2013 zu wiederholen. Anschließend ist alle 5 Jahre eine Überprüfung vorzunehmen, ob erneut eine Aufstellung vorgenommen werden muss. In den Prozess der Lärmaktionsplanung ist die Einbindung der Öffentlichkeit gesetzlich vorgeschrieben.
</p><p>Im Rahmen der Lärmaktionsplanung kam es in der ersten Stufe zu einigen Problemen bei der Durchführung.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> So wurde der Zeitraum zwischen Lärmkartierung und der Aufstellung der Lärmaktionspläne als zu kurz bewertet, insbesondere unter dem Aspekt der Öffentlichkeitsbeteiligung. Es konnten die Werte, die zur Auslösung von Aktionsplänen dienen, frei gewählt werden, wodurch kein bundesweit einheitliches Vorgehen resultierte. Insbesondere kleinere <a href="Gemeinde" title="Gemeinde">Gemeinden</a> waren mit der Aufstellung zumeist überfordert. Dies liegt auch daran, dass kleinere Kommunen oftmals die stark befahrenen Straßen nicht in ihrer <a href="Stra%C3%9Fensystem_in_Deutschland#Straßenbaulastträger" title="Straßensystem in Deutschland">Baulast</a> und damit in ihrer Verantwortlichkeit haben, für diese aber letztlich Maßnahmen aufstellen sollen. Nach den bisher vorliegenden Erfahrungsberichten sind einige Begrifflichkeiten unscharf oder gar nicht definiert. So sollen z.&nbsp;B. „ruhige Gebiete“ ausgewiesen werden, ohne dass eine klare Begriffsbestimmung erfolgte. Bemängelt wurde, dass die Aktionspläne nicht rechtlich verbindlich sind. So gelten für Straßenbaulastträger bei Neubau von (oder Erweiterung bestehender) Anlagen bereits einzuhaltende Grenzwerte, für Maßnahmen an sonstigen bestehenden Straßen oder Schienenwegen existieren diese nicht. Da sich Lärmaktionspläne jedoch vor allem auf Bestandsanlagen beziehen, ist rechtlich keine Handhabe zur Umsetzung von Maßnahmen gegeben. Der Erwartungshaltung, die in der Bevölkerung oftmals erzeugt wurde, konnte somit nicht entsprochen werden.
</p><p>Dennoch konnten durch die Lärmaktionsplanung auch Erfolge verzeichnet werden:
</p>
<ul><li>So wurde das Thema in den Kommunen oft erstmals in den Fokus der Wahrnehmung gerückt und in den Kommunen ist die Verwaltung im Umgang mit der Problematik sensibilisiert worden.</li>
<li>Der Bund stellte für Lärmsanierungsprogramme für bestehende Bundesfernstraßen und Schienenwege mehr Mittel zur Verfügung.</li>
<li>Im <a href="Konjunkturpaket_II" title="Konjunkturpaket II">Konjunkturpaket II</a> wurden für den Investitionsschwerpunkt Infrastruktur in den Gemeinden und Ländern insgesamt 3,5 Mrd. Euro zur Verfügung gestellt, die auch für Lärmschutzmaßnahmen an kommunalen Straßen verwendet werden konnten.</li>
<li>Mit dem Nationalen Verkehrslärmschutzpaket II wurde eine Absichtserklärung gegeben, die Auslösewerte für die Lärmsanierung an Bundesfernstraßen um 3&nbsp;dB zu senken. Diese Absenkung der Auslösewerte erfolgte im Jahre 2010.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li></ul>
<p>In einer zweiten Stufe sollten bis zum 30. Juni 2012 erneut Lärmkarten erstellt werden, wobei die Grenzen für zu kartierende Bereiche großenteils abgesenkt wurden. Dies galt für Ballungsräume (&gt;100.000 Einwohner), Hauptverkehrsstraßen (&gt;3 Mio. Fahrzeuge/Jahr) und Haupteisenbahnstrecken (&gt;30.000 Züge/Jahr). Bei den Großflughäfen blieb die Grenze bei 50.000 Flugbewegungen/Jahr.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="International_Commission_on_Biological_Effects_of_Noise" title="International Commission on Biological Effects of Noise">International Commission on Biological Effects of Noise</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="L%C3%A4rmbek%C3%A4mpfung_(Zeitschrift)" title="Lärmbekämpfung (Zeitschrift)">Lärmbekämpfung</a></li>
<li><a href="Zeitschrift_f%C3%BCr_Immissionsschutz" title="Zeitschrift für Immissionsschutz">Zeitschrift für Immissionsschutz</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&amp;query=4034054-5">Literatur von und über Lärmschutz</a> im Katalog der <a href="Deutsche_Nationalbibliothek" title="Deutsche Nationalbibliothek">Deutschen Nationalbibliothek</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Anna-Kathrin Hentsch: <i><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.nationalgeographic.de/wissenschaft/2022/07/es-ist-zu-laut-die-gefaehrlichen-folgen-von-laerm">Es ist zu laut: Die gefährlichen Folgen von Lärm</a></i> In: <a href="National_Geographic_Deutschland" title="National Geographic Deutschland">nationalgeographic.de</a>, 19. Juli 2022, abgerufen am 26. Juli 2022.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.tag-gegen-laerm.de/">Aktionsseite zum <i>Tag gegen Lärm</i></a></span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Richtlinie für den Verkehrslärmschutz an Bundesfernstraßen in der Baulast des Bundes: <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
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</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20140222144020/http://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/pdfs/vlschr97.pdf">VLärmSchR 97</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 22. Februar 2014 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>), 27. Mai 1997.</span>
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<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Lärmschutz im Spannungsdreieck: Betroffenheit zwischen Gesetz und Politik</i>, von Frank M. Rauch, <a href="Zeitschrift_f%C3%BCr_Immissionsschutz" title="Zeitschrift für Immissionsschutz">Zeitschrift für Immissionsschutz</a>, Heft 2/2015, Seite 72 ff.</span>
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<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.bmub.bund.de/themen/luft-laerm-verkehr/laermschutz/">Lärmschutz beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit</a></span>
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<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/laerm/dossiers/laermsanierung-bahngueterverkehrs.html"><i>Lärmsanierung des Bahngüterverkehrs: Die alten Klötze haben ausgebremst.</i></a> Bundesamt für Umwelt (BAFU), 17.&nbsp;Februar 2016,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 30.&nbsp;August 2022</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AL%C3%A4rmschutz&amp;rft.title=L%C3%A4rmsanierung+des+Bahng%C3%BCterverkehrs%3A+Die+alten+Kl%C3%B6tze+haben+ausgebremst&amp;rft.description=L%C3%A4rmsanierung+des+Bahng%C3%BCterverkehrs%3A+Die+alten+Kl%C3%B6tze+haben+ausgebremst&amp;rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.bafu.admin.ch%2Fbafu%2Fde%2Fhome%2Fthemen%2Flaerm%2Fdossiers%2Flaermsanierung-bahngueterverkehrs.html&amp;rft.publisher=Bundesamt+f%C3%BCr+Umwelt+%28BAFU%29&amp;rft.date=2016-02-17">&nbsp;</span></span>
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<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://amina.ch/wp-content/uploads/2016/03/Akustik-Grenzwerte-SUVA.pdf">Akustische Grenz- und Richtwerte der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt</a></span>
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<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20131213062740/http://www.eaue.de/Vortrag/SilentCity_Duesseldorf/Laerm-Duesseldorf-Hintzsche.pdf">Vortrag zur Lärmaktionsplanung durch das UBA in Düsseldorf</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 13. Dezember 2013 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>)</span>
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<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20110709101336/http://www.umweltbundesamt.de/laermprobleme/publikationen/LAI_Erfahrungsbericht_1_Stufe.pdf">Bericht über die Erfahrungen aus dem Vollzug der ersten Phase der Lärmkartierung und -aktionsplanung erarbeitet durch den Ad-hoc-Arbeitskreis „Vollzugserfahrungen mit der Lärmminderungsplanung“</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 9. Juli 2011 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>), offline</span>
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<li id="cite_note-10"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-10">↑</a></span> <span class="reference-text">Antwort der Bundesregierung: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/050/1705077.pdf">Verkehrslärmschutz an Bundesstraßen</a>, 16. März 2011.</span>
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Normdaten&nbsp;(Sachbegriff): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/4034054-5">4034054-5</a></span> | <a href="Library_of_Congress_Control_Number" title="Library of Congress Control Number">LCCN</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://id.loc.gov/authorities/sh85092183">sh85092183</a></span> | <a href="Web_NDL_Authorities" title="Web NDL Authorities">NDL</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://id.ndl.go.jp/auth/ndlsh/00571423">00571423</a></span> </div>
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